Förderschule in Erkner. Oder: Chancen nutzen!

CDU lehnt Festlegung auf Standort Erkner ab. Neubau in Neuenhagen könnte bessere Möglichkeiten bieten.

von Achim Schneider

Der aktuelle Standort der Regine-Hildebrandt-Schule in Erkner

In der Dezembersitzung 2019 hat die Gemeindevertretung Woltersdorf eine Erklärung verabschiedet, die sich für den Erhalt der Regine-Hildebrandt-Schule als Förderschule in Erkner ausspricht. Die CDU hat gegen diese Erklärung gestimmt. Warum? Unterstützt die CDU denn nicht die Eltern, deren Kinder besonderen Förderbedarf haben? Doch, ganz im Gegenteil.

Schon in der Sitzung der Gemeindevertretung machte der CDU-Fraktionsvorsitzende Achim Schneider deutlich, dass eine Förderschule in der Region wichtig und notwendig ist. Aber die Festlegung auf den Standort Erkner verengt den Blick auf andere Möglichkeiten und Chancen.

Aber der Reihe nach:

In Erkner bestehen zwei Schulen mit einem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt. Die Schule "Am Rund" hat den Förderschwerpunkt "Lernen" und ist von der aktuellen Diskussion nicht betroffen. Bei aller Diskussion geht es immer um die Regine-Hildebrandt-Schule, eine Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung", genauer gesagt um den "Schulteil Erkner" dieser Schule.

Warum soll der Schulteil Erkner der Regine-Hildebrandt-Schule geschlossen werden?

Eine Schließung des Standorts in Erkner ist noch gar nicht beschlossen. Die politische Diskussion um den Schulteil Erkner der Regine-Hildebrandt-Schule beginnt gerade erst. Richtig ist aber, dass das Schulverwaltungsamt eine Schließung dieses Schulteils plant. Der Hauptgrund liegt in den Plänen für einen Schulneubau der Regine-Hildebrandt-Schule in Fürstenwalde. Aktuell wird die Schule mit einer Ausnahmegenehmigung an zwei Standorten - in Fürstenwalde und Erkner - betrieben. Diese Ausnahmegenehmigung wird es wohl mit einem Neubau in Fürstenwalde nicht mehr geben. Eine mögliche Lösung (die von der Kreisverwaltung offenbar favorisiert wird) ist dann die Schließung des Schulteils in Erkner und eine Zusammenfassung aller Schüler in Fürstenwalde. Klar ist aber auch, dass es noch andere Lösungen gibt. Man könnte in Erkner ebenfalls neu bauen (teuerste Lösung), den Schulteil als eigenständige Schule betreiben (personalintensivste Lösung) oder auf eine weitere Ausnahmegenehmigung aus Potsdam setzen (unwahrscheinliche Lösung). Oder man schaut einmal über den Tellerrand.

Schulneubau in Neuenhagen als Chance

Und so konnte Achim Schneider aus erster Hand aus dem Bauausschuss des Kreistages berichten, dass das dortige Schulverwaltungsamt den aktuellen Neubau einer Förderschule in Neuenhagen als Chance für unseren Landkreis betrachtet. Dort geht künftig die Hälfte der heutigen Förderschüler aus Erkner zur Schule, denn etwa die Hälfte der rund 50 Schüler kommt aus dem Nachbarlandkreis MOL. Nach dem Bericht des Schulverwaltungsamts wird aber in Neuenhagen für rund 50 Schüler gebaut, was nun die Möglichkeit eröffnet, alle Schüler aus Erkner dort mit aufzunehmen. Das sehen auch wir als große Chance, denn der Erkneraner Standort der Regine-Hildebrandt-Schule ist in einem alten Bestandsgebäude, das für eine Förderschule nur bedingt geeignet ist. In Neuenhagen entsteht ein Neubau, der explizit auf die Besonderheiten einer Förderschule ausgerichtet ist. Damit bieten sich viel bessere Gegebenheiten für die Kinder, die die neue Schule in Neuenhagen besuchen. Und deswegen erteilen wir der Festlegung auf Erkner eine Absage und fordern stattdessen, dass das Schulverwaltungsamt unverzüglich Lösungsmöglichkeiten für einen Schulbesuch mit kurzen Wegen erarbeitet. Das kann auch ein Vertrag mit MOL sein, der einen Besuch der Förderschüler aus unserer Region in Neuenhagen sichert. Für uns steckt darin mehr Zukunft!

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